Die drei realistischen Preisstufen 2026
Der Preis einer Handwerker-Website hängt nicht primär von der Optik ab, sondern davon, ob sie als reines Schaufenster oder als Lead-Maschine konzipiert ist. Drei Stufen dominieren den Markt:
- Stufe 1 — Baukasten (selbst gebaut): 12–30 € pro Monat. Wix, Jimdo, Squarespace. Einstieg in 1–2 Wochenenden, aber selten ein professionelles Ergebnis. Häufige Schwächen: schlechte Performance auf 4G, generische Templates, unklare Anfragepfade.
- Stufe 2 — Freelancer (einmaliger Auftrag): 1.200–3.500 € einmalig. Individueller als ein Baukasten, aber Qualität und Verlässlichkeit schwanken stark. Nach Launch ist Wartung oft offen.
- Stufe 3 — Spezialisierte Agentur: 2.800–9.500 € einmalig plus 30–80 €/Monat Betreuung. Beinhaltet Strategie, Texte, Fotos, lokales SEO, Online-Terminbuchung, Anfrageformular und DSGVO-Setup. Lead-orientiert konzipiert.
Was treibt den Preis hoch — und was nicht?
Drei Faktoren erklären 80 % der Preisunterschiede: Funktionsumfang, Texte/Fotos und lokales SEO. Optische Komplexität spielt eine kleinere Rolle, als die meisten denken.
- Online-Terminbuchung integriert (Calendly, SimplyBook, eigenes Tool): +400–1.200 €
- Vorqualifizierendes Anfrageformular mit Foto-Upload und Routing: +300–800 €
- Lokales SEO inkl. Google Business Profile, 5–10 Leistungsseiten pro Stadt: +600–2.500 €
- Texte (vom Profi): +800–2.000 €
- Fotograf vor Ort (halber Tag): +400–900 €
- DSGVO-konformes Setup (Consent-Banner, Datenschutz, Auftragsverarbeitung): +200–500 €
- Mehrsprachigkeit (DE/EN): +600–1.500 €
Laufende Kosten ehrlich kalkuliert
Nach dem Launch fallen monatliche Kosten an, die viele Anbieter im Erstangebot kleinrechnen. Realistische Werte für 2026:
- Domain (.de, .at): 10–18 €/Jahr
- Hosting bei EU-Anbieter (DSGVO-konform, Frankfurt/Wien): 6–25 €/Monat
- Wartung & Updates (Patches, Backup, SSL): 0–60 €/Monat
- Buchungstool: 0–30 €/Monat (je nach Volumen)
- Google-Business-Pflege: in Eigenregie 0 €, betreut 50–150 €/Monat
Versteckte Kosten — die typischen Überraschungen
- Logo oder Visual Refresh, falls keine professionellen Vorlagen vorhanden sind: 250–800 €
- Bildrechte (Stockfotos), wenn keine eigenen Fotos verfügbar: 80–300 € Einmalkauf
- Impressum & Datenschutz vom Anwalt (vor allem in AT/DE bei Buchungsfunktionen): 150–400 €
- Erweiterungen 6 Monate nach Launch (zusätzliche Leistungsseiten, Blog): 80–150 €/Stunde
- Migration der bestehenden Domain (E-Mail, alte Inhalte): 100–400 €
Was lohnt sich für welchen Betrieb?
Faustregel: Wer regelmäßig auf Online-Anfragen angewiesen ist, sollte mindestens Stufe 2 wählen. Wer nur 'da sein' möchte (Visitenkarten-Charakter), kann mit Stufe 1 starten — verschenkt aber langfristig Anfragen.
- Einzelmeister, regional gesättigte Nachfrage: Stufe 1 reicht oft.
- Betriebe mit 2–10 Mitarbeitern, wachsende Kapazität: Stufe 2–3 amortisiert sich meist binnen 3–6 Monaten.
- Betriebe mit Notdienst, Mehrstandort, Mehrsprachigkeit: Stufe 3 ist Pflicht.